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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 03.07.2020

Flugannullierung wegen möglichen Unwetters - Kein Vorliegen eines außergewöhnlichen Umstands

Wenn eine Fluggesellschaft einen Flug wegen möglicher witterungsbedingter Flugbeeinträchtigungen annulliert, steht den davon betroffenen Fluggästen ein Anspruch auf Entschädigung nach der Fluggastrechteverordnung zu, denn es liegt kein außergewöhnlicher Umstand vor. So entschied das Landgericht Berlin (Az. 67 S 49/19).

Eine Fluggesellschaft entschied sich, einen für den nächsten Tag geplanten Flug von Berlin zum Flughafen Schiphol in Amsterdam zu annullieren, denn es gab Befürchtungen, dass die Wetterverhältnisse zu Flugbeeinträchtigungen führen könnten. Nachfolgend war streitig, ob von der Flugannullierung betroffenen Fluggästen eine Entschädigung zusteht.

Das Gericht entschied zu Gunsten der Fluggäste. Ihnen stehe wegen der Flugannullierung ein Anspruch auf Entschädigung nach Fluggastrechteverordnung zu. Ein außergewöhnlicher Umstand im Sinne der VO habe nicht vorgelegen. Die Fluggesellschaft habe den Flug freiwillig und auf einer nicht hinreichend sicheren Prognosebasis annulliert. Es habe kein tatsächlich bestehender außergewöhnlicher Umstand vorgelegen, sondern nur ein bloßer Verdacht.

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